Cloud Computing
Der umfassende Leitfaden für
Unternehmen
Cloud Computing hat sich in den letzten Jahren zur tragenden Säule der modernen Unternehmens-IT entwickelt – und gerade im Bereich Enterprise Resource Planning (ERP) gewinnt es zunehmend an Bedeutung. Für viele Unternehmen ist die Cloud nicht mehr nur eine Alternative, sondern der bevorzugte Weg, ihre ERP-Systeme flexibel, skalierbar und zukunftssicher zu betreiben. In diesem Beitrag beleuchten wir die wichtigsten Aspekte von Cloud Computing im ERP-Kontext: von den Grundlagen über Modelle, Vorteile und Risiken bis hin zur praktischen Anwendung und zukünftigen Entwicklung.
24. November 2025 / 15 Minuten Lesezeit
Was ist Cloud Computing?
Der Begriff Cloud Computing bezeichnet die Bereitstellung von IT-Ressourcen über das Internet. Statt eigene Server, Datenbanken oder Netzwerke zu betreiben, greifen Unternehmen auf eine Infrastruktur zu, die von spezialisierten Cloud-Anbietern bereitgestellt wird. Diese Anbieter stellen Rechenleistung, Speicherplatz und Anwendungen bedarfsgerecht zur Verfügung – ganz nach dem Prinzip „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“.
Ein einfaches Beispiel:
Früher mussten Unternehmen teure Server kaufen, warten und regelmäßig austauschen. Heute kann dieselbe Rechenleistung bei einem Cloud-Anbieter wie AWS, Microsoft Azure oder Google Cloud innerhalb weniger Minuten bereitgestellt und genauso schnell wieder reduziert werden. Bezahlt wird nur, was tatsächlich genutzt wird. Dieses flexible Modell wird auch als „Pay-as-you-go“ bezeichnet und ist einer der Hauptgründe für den Siegeszug der Cloud.
Der Begriff „Cloud” steht sinnbildlich für etwas, das allgegenwärtig, aber nicht greifbar ist. Die Nutzer wissen, dass ihre Daten und Programme in der „Wolke“ gespeichert und ausgeführt werden, müssen sich aber nicht um deren physischen Standort oder Wartung kümmern.
Cloud-Modelle und Dienste im Überblick
Cloud Computing ist nicht gleich Cloud Computing. Grundsätzlich wird zwischen verschiedenen Bereitstellungsmodellen und Dienstarten unterschieden.
Bei den Bereitstellungsmodellen spricht man meist von Public Cloud, Private Cloud, Hybrid Cloud und Multi-Cloud.
Die Public Cloud ist die bekannteste Form. Hier teilen sich mehrere Kunden dieselbe Infrastruktur, die vom Anbieter betrieben und gewartet wird. Sie ist ideal für Unternehmen, die schnell skalieren und nur für die Nutzung zahlen möchten.
Die Private Cloud dagegen ist exklusiv für ein einzelnes Unternehmen reserviert. Sie bietet mehr Kontrolle und Sicherheit, erfordert aber oft auch höhere Investitionen.
Die Hybrid Cloud verbindet beide Welten: Kritische Daten oder sensible Prozesse verbleiben in der Private Cloud oder On-Premise, während andere Anwendungen flexibel in der Public Cloud laufen.
Die Multi-Cloud schließlich kombiniert verschiedene Anbieter, um Abhängigkeiten zu vermeiden und die beste Lösung aus mehreren Ökosystemen zu nutzen.
Die verschiedenen Dienstebenen
Neben den Bereitstellungsmodellen unterscheidet man auch die Dienstebenen:
Infrastructure as a Service (IaaS) bietet grundlegende Infrastruktur wie virtuelle Maschinen oder Speicherplatz.
Platform as a Service (PaaS) stellt zusätzlich Entwicklungs- und Laufzeitumgebungen bereit.
Software as a Service (SaaS) liefert komplette Anwendungen, auf die über den Browser zugegriffen wird, bekannte Beispiele sind Microsoft 365, Salesforce oder Infor CloudSuite Industrial Enterprise.
Je nach Modell verschiebt sich die Verantwortung zwischen Anbieter und Nutzer. Bei IaaS kümmert sich das Unternehmen um das Betriebssystem und die Anwendungen, während bei SaaS nahezu alles vom Provider verwaltet wird.
Die Vorteile von Cloud Computing
Cloud Computing bietet Unternehmen eine Vielzahl strategischer und operativer Vorteile, die weit über rein technische Aspekte hinausgehen. Ein zentraler Faktor ist die hohe Skalierbarkeit: Rechenleistung, Speicher und Services lassen sich flexibel an den aktuellen Bedarf anpassen. Wachsende Unternehmen oder saisonale Spitzen können so ohne langfristige Investitionen in Hardware abgefangen werden. Diese Elastizität senkt Kosten und schafft zugleich Raum für schnelle Innovationen.
Klare und planbare Kostenstrukturen
Auch die wirtschaftliche Perspektive ist ein wesentlicher Vorteil. Anstelle hoher Anfangsinvestitionen und laufender Aufwände für Wartung, Energie, Klimatisierung oder Personal ermöglicht das Cloud-Modell eine klare, nutzungsabhängige Kostenstruktur. Das schont Budgets und macht moderne IT-Infrastruktur insbesondere für kleinere und mittlere Unternehmen leichter zugänglich.
Entlastung der internen IT und Fokus auf Strategie
Gleichzeitig entlastet die Cloud interne IT-Ressourcen. Routineaufgaben wie Hardware-Wartung, Updates, Backups oder die Sicherstellung der Verfügbarkeit werden zentral durch den Anbieter betrieben. Dadurch kann sich die unternehmenseigene IT stärker auf strategische Themen, Prozessoptimierungen und innovative Projekte konzentrieren, was Effizienz und Servicequalität deutlich erhöht.
Agilität und schnelle Anpassungsfähigkeit im ERP-Umfeld
Ein weiterer Vorteil ist die hohe Flexibilität und Agilität. Neue Anwendungen, Module oder Geschäftsmodelle lassen sich schnell einführen oder erweitern – ein entscheidender Faktor insbesondere im ERP-Umfeld, in dem Unternehmen häufig neue Funktionen integrieren oder Prozesse skalieren müssen. Die Möglichkeit, in kurzer Zeit auf Marktveränderungen zu reagieren, wird so zu einem klaren Wettbewerbsvorteil.
Globale Verfügbarkeit und moderne Arbeitsmodelle
Darüber hinaus profitieren Unternehmen von einer globalen Zugänglichkeit. Mitarbeitende können von jedem Standort aus auf cloudbasierte Anwendungen zugreifen, was verteilte Teams, internationale Zusammenarbeit und moderne Arbeitsmodelle zuverlässig unterstützt. Hohe Verfügbarkeitsstandards und redundante Infrastruktur gewährleisten dabei einen stabilen Betrieb und minimieren Ausfallzeiten.
Zugang zu innovativen Technologien
Cloud Computing fördert außerdem die Innovationskraft. Leistungsfähige Technologien wie Künstliche Intelligenz, Machine Learning, IoT oder Big Data stehen unmittelbar bereit und können ohne große Investitionen oder zusätzliche Expertenteams genutzt werden. Unternehmen profitieren dabei kontinuierlich von Weiterentwicklungen der Plattformen.
Weiterentwickelte Sicherheitsstandards in der Cloud
Nicht zuletzt hat sich auch das Sicherheitsniveau moderner Cloud-Plattformen erheblich weiterentwickelt. Führende Anbieter investieren massiv in Verschlüsselung, Zugriffsmanagement und physische Sicherheitsmaßnahmen, sodass die Cloud für viele Unternehmen heute ein höheres Sicherheitsniveau bietet als klassische On-Premise-Umgebungen.
Herausforderungen und Risiken im Cloud Computing
Obwohl Cloud-Lösungen zahlreiche Vorteile bieten, gibt es einige Punkte, die Unternehmen bei der Einführung im Blick behalten sollten. Dazu gehört insbesondere der Bereich Datenschutz und Compliance. Gerade Organisationen mit sensiblen Informationen oder spezifischen regulatorischen Anforderungen müssen sorgfältig prüfen, wie Daten gespeichert und geschützt werden. Die Wahl zwischen Public, Private oder Hybrid Cloud unterstützt dabei, ein passendes Maß an Kontrolle und Transparenz sicherzustellen.
Sicherheitsstandards und Berechtigungsmanagement
Auch das Thema Sicherheit bleibt relevant. Moderne Cloud-Anbieter verfügen über sehr hohe Sicherheitsstandards, doch eine saubere Konfiguration und ein durchdachtes Berechtigungsmanagement bleiben wichtige Erfolgsfaktoren. Unternehmen profitieren hier von klaren Rollenmodellen, abgestimmten Sicherheitsrichtlinien und einer guten Zusammenarbeit mit dem Anbieter.
Vendor Lock-in vermeiden
Die Abhängigkeit von einem bestimmten Ökosystem – häufig als Vendor Lock-in bezeichnet – ist ein weiterer Aspekt, der frühzeitig berücksichtigt werden sollte. Durch offene Standards, modulare Architekturansätze und gut definierte Exit-Strategien lässt sich dieses Risiko jedoch deutlich reduzieren, sodass langfristige Flexibilität gewährleistet bleibt.
Leistungs- und Latenzanforderungen sicherstellen
Leistungs- und Latenzanforderungen spielen ebenfalls eine Rolle, vor allem in sehr zeitkritischen Prozessen. In der Praxis können geeignete Architekturentscheidungen – etwa der Einsatz von Edge- oder Hybrid-Szenarien – sicherstellen, dass Systeme auch unter hoher Last zuverlässig und performant arbeiten.
Kostenkontrolle und Pay-as-you-go-Modelle
Darüber hinaus empfiehlt es sich, die Kostenstruktur genau zu beobachten. Pay-as-you-go-Modelle bieten zwar ein hohes Maß an Flexibilität, erfordern jedoch ein kontinuierliches Monitoring, um Kapazitäten optimal zu nutzen und das Kosten-Nutzen-Verhältnis langfristig zu sichern.
Governance in komplexen IT-Landschaften
Schließlich sollten Unternehmen die steigende Komplexität moderner IT-Landschaften berücksichtigen. Vor allem bei Multi- oder Hybrid-Cloud-Ansätzen ist ein klares Governance-Modell hilfreich, um Verantwortlichkeiten zu definieren und verschiedene Umgebungen effizient miteinander zu orchestrieren.
Nachhaltigkeit als Entscheidungskriterium
Auch Nachhaltigkeitsaspekte gewinnen zunehmend an Bedeutung. Viele Anbieter investieren jedoch bereits stark in energieeffiziente Rechenzentren und erneuerbare Energien, sodass Unternehmen hier bewusst Partner wählen können, die zu ihren eigenen Nachhaltigkeitszielen passen.
Fazit: Vorteile mit Planung kombinieren
Insgesamt lassen sich die genannten Punkte mit der richtigen Planung, geeigneten Governance-Strukturen und einem starken Cloud-Partner gut beherrschbar gestalten – und stehen den Vorteilen moderner Cloud-ERP-Lösungen nicht entgegen.
Cloud Computing in der Praxis - anhand Infor
Ein besonders anschauliches Beispiel dafür, wie Cloud Computing im ERP-Kontext praktisch umgesetzt wird, liefert die Infor CloudSuite Industrial Enterprise. Diese Lösung zeigt, wie ein vollständig cloudbasiertes ERP-System nicht nur technische Infrastruktur ersetzt, sondern als strategische Plattform wirkt, die industrielle Unternehmen in ihrer gesamten Wertschöpfung unterstützt. Die CloudSuite Industrial Enterprise basiert auf einer modernen AWS-Infrastruktur, ist auf die Bedürfnisse der Fertigungsindustrie zugeschnitten und kombiniert langjährig erprobte ERP-Funktionalität mit den Vorteilen einer global skalierbaren Cloud-Architektur. Unternehmen profitieren von automatischen Updates, konsistenter Sicherheit, weltweiter Verfügbarkeit und der Möglichkeit, neue Funktionen ohne lange Projekte einzuführen.
Zentrale Steuerung industrieller Prozesse über eine einheitliche Cloud-Plattform
In der praktischen Anwendung bedeutet dies, dass Produktionsplanung, Materialwirtschaft, Qualitätsmanagement, Logistik, Service und Finanzwesen in einer zentralen, cloudbasierten Plattform zusammengeführt werden. Der Zugriff erfolgt unabhängig vom Endgerät oder Standort, wodurch globale Teams, Werksverbünde und Serviceorganisationen einheitlich arbeiten können. Die CloudSuite Industrial Enterprise bietet Echtzeit-Transparenz über sämtliche operativen Prozesse, sodass Veränderungen in Nachfrage, Beständen oder Kapazitäten unmittelbar sichtbar werden. Produktionsprogramme können dadurch schneller angepasst und Entscheidungen datenbasiert getroffen werden. Integrationen zu bestehenden Systemen oder Maschinen lassen sich über eine moderne API-Plattform ebenso konsistent realisieren wie die Anbindung externer Partner über Kunden- und Lieferantenportale.
Weniger technische Komplexität und schnellerer Nutzen durch vordefinierte Standards
Ein zentraler Vorteil zeigt sich zudem in der Reduktion von Komplexität: Da die Infrastruktur vollständig durch Infor betrieben wird, entfallen Aufwände für Wartung, Hardware, Upgrades oder Backups. Die internen IT-Teams können sich auf wertschöpfende Projekte konzentrieren, während die CloudSuite Industrial Enterprise kontinuierlich mit neuen Funktionen versorgt wird. Mit den vorkonfigurierten Implementation Accelerators stellt Infor zudem branchenspezifische Best Practices bereit, die den Einstieg erheblich erleichtern und Migrationsprojekte beschleunigen. Unternehmen profitieren so von einer klaren, planbaren Einführung, geringeren Risiken und einem schnelleren Nutzungsgewinn.
Zugang zu moderner Technologie: KI, Analytics und IoT unmittelbar nutzbar
Darüber hinaus ermöglicht die CloudSuite Industrial Enterprise den Zugang zu innovativen Technologien, die in klassischen On-Premise-Umgebungen nur mit erheblichem Aufwand realisierbar wären. KI-basierte Analysen, automatisierte Workflows, Machine Learning, Forecasting und IoT-Integration stehen unmittelbar zur Verfügung und unterstützen Unternehmen dabei, Engpässe vorherzusehen, Wartungsprozesse zu optimieren oder Produktionsabläufe intelligenter zu gestalten. Der integrierte Data Lake stellt sicher, dass Daten aus unterschiedlichen Systemen zentral, sicher und konsistent verfügbar sind und für Analytics, Reporting oder KI-Modelle genutzt werden können.
Zukunftssichere Skalierbarkeit und Resilienz durch eine globale Cloud-Architektur
Schließlich zeigt die Infor CloudSuite Industrial Enterprise, wie Cloud-Technologie langfristige Resilienz schafft. Automatische Updates sorgen dafür, dass ein Unternehmen nie wieder ein klassisches ERP-Großupgrade durchführen muss. Kapazitäten lassen sich flexibel skalieren, was insbesondere bei Wachstum, saisonalen Schwankungen oder neuen Geschäftsmodellen von Vorteil ist. Die Architektur über mehrere AWS-Regionen hinweg gewährleistet zudem hohe Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit. Unternehmen erhalten somit eine stabile, zukunftssichere Plattform, die kontinuierlich mit ihnen wächst und strategische Weiterentwicklung aktiv unterstützt.
Cloud-ERP als strategischer Enabler für langfristige Wettbewerbsfähigkeit
Damit verdeutlicht die praktische Umsetzung anhand Infor, wie Cloud Computing im ERP-Bereich nicht nur Prozesse digitalisiert, sondern die gesamte Organisation agiler, datengetriebener und innovativer macht. Die CloudSuite Industrial Enterprise ist ein Beispiel dafür, wie moderne Cloud-ERP-Systeme zu einem zentralen Enabler für langfristige Wettbewerbsfähigkeit werden und gleichzeitig die typischen Herausforderungen der Fertigungsindustrie adressieren.
Die Zukunft der Cloud
Die Zukunft des Cloud Computing ist hybrid, intelligent und nachhaltig. Mit dem Aufkommen von Edge Computing werden Daten vermehrt dort verarbeitet, wo sie entstehen – etwa in Maschinen, Sensoren oder Fahrzeugen. Das reduziert Latenzzeiten und schont Netzwerkkapazitäten.
Gleichzeitig verschmelzen Cloud- und KI-Technologien immer stärker. Cloud-Plattformen bieten heute spezialisierte Dienste für maschinelles Lernen, Datenanalyse oder automatisierte Entscheidungsmodelle. Unternehmen können so KI-Projekte realisieren, ohne selbst teure Rechenzentren betreiben zu müssen.
Auch das Thema Nachhaltigkeit gewinnt an Bedeutung. Große Cloud-Anbieter betreiben zunehmend CO₂-neutrale Rechenzentren und setzen auf erneuerbare Energien, um die Umweltbelastung zu reduzieren.
Langfristig wird sich Cloud Computing weiter in Richtung Cloud Native bewegen: Anwendungen werden von Grund auf für die Cloud konzipiert, nutzen Container, Microservices und Serverless-Architekturen – und sind damit flexibler, sicherer und wartungsärmer als klassische Systeme.