Digitaler Produktpass:
So meistern Sie die EU-Vorgaben mithilfe von RFID.

Mit der neuen EU-Ökodesign-Verordnung rückt ein Thema in den Mittelpunkt, das für viele Industrieunternehmen zunächst nach zusätzlicher Bürokratie klingt, tatsächlich aber weitreichende strategische Auswirkungen hat: der Digitale Produktpass (DPP). Künftig müssen Hersteller detaillierte Informationen über Materialien, Herkunft, CO₂-Bilanz und Lebenszyklus ihrer Produkte strukturiert bereitstellen und über Jahre hinweg verfügbar halten. Damit wird Daten­transparenz nicht mehr nur ein Wettbewerbsvorteil, sondern eine regulatorische Pflicht.

12.03.2026 / 15 Minuten Lesezeit

Der Digitale Produktpass: Mehr als nur ein Pflichttermin für die Industrie

Die Schlagworte Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit klingen in der Theorie hervorragend – doch in der Praxis bedeuten sie für viele Unternehmen vor allem eines: neue regulatorische Hürden. Mit der neuen EU-Verordnung (ESPR) rückt ein Werkzeug in den Fokus, das die industrielle Landschaft nachhaltig verändern wird: der Digitale Produktpass (DPP).

Doch während viele beim DPP nur an ein lästiges Label denken, verbirgt sich dahinter eine enorme Chance. Die eigentliche Herausforderung ist nämlich nicht das Etikett am Produkt, sondern die Datenbrücke dahinter. Wie gelangen die komplexen Informationen aus der Fertigung, der Lieferkette und der Materialzusammensetzung fehlerfrei an das physische Bauteil?

Hier treffen zwei Welten aufeinander:

  1. Ihr ERP-System als intelligentes Gehirn, das alle relevanten Datenströme bündelt. 

  2. Auto-ID & RFID als digitale Sinnesorgan des Produkts, die diese Daten jederzeit und überall abrufbar macht.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie die gesetzlichen Anforderungen nicht nur erfüllen, sondern durch die Symbiose aus modernem ERP und smarter Identifikation echte Wettbewerbsvorteile erzielen.

Da wir Experten für die Infor CloudSuite Industrial Enterprise sind, beziehen wir uns auf diese.

Infor CSIE: Das digitale Gehirn hinter dem Produktpass

Der Digitale Produktpass verlangt Transparenz über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts. Doch woher kommen die Daten zu Materialzusammensetzung, Herkunft, Zertifikaten und CO2-Fußabdruck? Die Antwort liegt in Ihrem ERP-System.

Als spezialisiertes IT-Unternehmen wissen wir: Infor CloudSuite Industrial Enterprise (CSIE) ist prädestiniert dafür, diese Mammutaufgabe zu bewältigen. Es dient als „Single Source of Truth“, in der alle relevanten Informationen zusammenlaufen.

Datenhoheit durch intelligente Struktur

Infor CSIE ermöglicht es, die für den DPP geforderten Datenfelder direkt in den Stammdaten zu verankern:

  • Detaillierte Stücklisten (BOMs): Erfassen Sie nicht nur Bauteile, sondern auch deren Materialeigenschaften und chemische Zusammensetzung (Compliance-Management).

  • Lieferanten-Management: Integrieren Sie Nachhaltigkeitszertifikate Ihrer Zulieferer direkt in den Beschaffungsprozess.

  • Fertigungsdaten: Dokumentieren Sie Energieverbräuche und Produktionsstandorte auf Artikelebene.

Je nach Modell verschiebt sich die Verantwortung zwischen Anbieter und Nutzer. Bei IaaS kümmert sich das Unternehmen um das Betriebssystem und die Anwendungen, während bei SaaS nahezu alles vom Provider verwaltet wird.

Automatisierung statt manueller Listen

Niemand möchte Daten händisch in ein EU-Portal abtippen. Die Stärke von Infor CSIE liegt in der Konnektivität. Durch moderne APIs und die Infor OS (Operating Service) Plattform lassen sich die im ERP gesammelten Daten automatisiert aufbereiten und für den Digitalen Produktpass bereitstellen.

Ihr Vorteil: Wenn sich ein Bauteil in der Produktion ändert, aktualisiert Infor CSIE den Datensatz im Hintergrund – und der Produktpass bleibt ohne manuelles Zutun aktuell.

Nachhaltigkeit durch Innovation

Mit Infor CSIE erfüllen Sie nicht nur die gesetzliche Pflicht der ESPR-Verordnung. Sie schaffen eine Datenbasis, die Ihnen hilft, Ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele (ESG) zu tracken und zu optimieren. Der DPP wird so von der regulatorischen Last zum strategischen Steuerungsinstrument.

Finden Sie heraus, wie Ihr Unternehmen mit unseren Auto-ID Lösungen profitieren kann.

Wussten Sie schon?

Die EU fordert für den DPP oft Daten, die bereits in Ihren Infor-Stücklisten schlummern. Wir helfen Ihnen, diese Schätze zu heben.

Auto-ID & RFID: Die physische Brücke zum digitalen Pass

Daten im ERP-System sind wertvoll, aber sie sind zunächst „immateriell“. Die entscheidende Frage für die Praxis lautet: Wie greift ein Recycler, ein Kunde oder ein Logistiker am physischen Produkt auf genau diese Infor-Daten zu?

Hier kommt unsere Auto-ID-Expertise ins Spiel. Damit der Digitale Produktpass funktioniert, benötigt jedes physische Objekt einen eindeutigen „Datenträger“.

Warum RFID der „Enabler“ für den DPP ist

Zwar sieht die EU-Verordnung verschiedene Datenträger vor (wie QR-Codes), doch im industriellen Umfeld ist die RFID-Technologie oft die überlegene Wahl. Warum?

  • Kein Sichtkontakt nötig: Im Gegensatz zum QR-Code kann ein RFID-Tag auch durch Verpackungen hindurch oder in staubigen Umgebungen gelesen werden.

  • Bulk-Reading: Ganze Paletten können in Sekundenbruchteilen erfasst werden. Jedes einzelne Teil meldet sich automatisch mit seiner ID im System.

  • Langlebigkeit: Ein RFID-Tag hält oft ein Produktleben lang – essenziell für die von der EU geforderte Kreislaufwirtschaft.

  • Fälschungssicherheit: Durch eindeutige UIDs (Unique Identifier) stellen Sie sicher, dass es sich um ein Originalprodukt handelt.

Von der Hardware zurück in die Cloud

Der Prozess ist denkbar einfach, aber technisch hochgradig effizient:

  1. Ein Mitarbeiter oder Kunde scannt den RFID-Tag (oder QR-Code) am Produkt.

  2. Die eindeutige ID schlägt die Brücke zu Ihrem Infor CSIE.

  3. Über eine gesicherte Schnittstelle werden genau die Informationen aus dem ERP ausgespielt, die für den jeweiligen Nutzer (z.B. Reparaturanleitung für Techniker, Entsorgungshinweise für Recycler) relevant sind.

Alles aus einer Hand: Hardware trifft Software

Wir liefern Ihnen nicht nur die Software-Anbindung, sondern auch die passende Infrastruktur. Von der Auswahl der richtigen RFID-Inlays und Industrie-Drucker bis hin zu den Handheld-Readern sorgen wir dafür, dass die „Hochzeit“ zwischen dem physischen Produkt und seinem digitalen Zwilling reibungslos funktioniert.

Strategische Vorteile: Warum der DPP Ihr Business beflügelt

Wer den Digitalen Produktpass nur als bürokratisches Übel betrachtet, vergibt wertvolle Chancen. Wenn die Infrastruktur aus Infor CSIE und RFID erst einmal steht, profitieren Sie weit über die reine Compliance hinaus:

Effizienz im Lager & Logistik

Durch RFID-gestütztes Track & Trace wissen Sie in Echtzeit, wo sich jedes Bauteil befindet. Inventuren, die früher Tage dauerten, sind nun in Minuten erledigt.

Maximale Fälschungssicherheit

Schützen Sie Ihre Marke. Ein eindeutiger RFID-Tag macht Plagiate sofort erkennbar und sichert die Authentizität Ihrer Produkte.

Neues Level des Kundenservice

Stellen Sie Ihren Kunden per Scan exklusive Inhalte bereit – von digitalen Handbüchern über Wartungsintervalle bis hin zu attraktiven Up-Selling-Angeboten.

Zukunftssichere Kreislaufwirtschaft

Wenn Sie heute wissen, welche Materialien in Ihren Produkten stecken, sind Sie morgen bereit für effizientes Recycling und Wiederverwendung (Circular Economy) – ein echtes Verkaufsargument in jeder Ausschreibung.

Digital gedacht. Physisch gemacht. Bereit für den Produktpass.